LSM - Neugestaltung der Ludwigstraße in München
Freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb mit Ideenteil
München
2026
Teilnahme
mit Stephan Huber Landschaftsarchitektur
Der Odeonsplatz zählt zu den prominentesten Stadträumen Münchens, in dem Geschichte, Architektur und kulturelle Identität eng zusammenkommen. Die geplante Neuordnung der Ludwigstraße und ihrer Platzräume bietet die Chance, diesen bedeutenden Stadtraum zeitgemäß weiterzuentwickeln, den denkmalpflegerischen Anforderungen zu entsprechen und zugleich klimatische Verbesserungen zu erzielen. Als eine der vier großen Prachtstraßen Münchens verbindet die Ludwigstraße wichtige städtebauliche Orte wie Feldherrnhalle, Siegestor, Kunstareal, Residenz und Universität, weist jedoch bislang geringe Aufenthaltsqualitäten auf.
Der Entwurf zur Neugestaltung stärkt die historische Achse als identitätsstiftenden Stadtraum und macht sie für alle besser erlebbar. Die heute verkehrsdominierte Ludwigstraße soll zu einer urbanen Flaniermeile mit klaren Nutzungsbereichen, großzügigen Fußwegen, einem höhengleich geführten Radschnellweg und Maßnahmen zur Verbesserung des Mikroklimas werden. Besondere Bedeutung hat die Verbindung von Klimaanpassung und Denkmalschutz: Der Straßenraum wird entsiegelt, begrünt und zugleich das denkmalgeschützte Ensemble betont; bestehende Bäume bleiben erhalten und werden ergänzt.
Auch die vielfältigen kulturellen und sozialen Nutzungen von Großveranstaltungen bis zu gastronomischen und universitären Aktivitäten prägen die Neuplanung. Der Entwurf schafft flexible Räume für Alltag und Ereignisse. Der Odeonsplatz als Knotenpunkt zwischen Hofgarten, Brienner Straße und Ludwigstraße bildet dabei einen Schwerpunkt und ist ein Puzzlestück innerhalb des grünen Altstadtrings. Ziel ist eine Weiterentwicklung zu offenen, einladenden Stadtplätzen von hoher Aufenthaltsqualität, die sich funktional ergänzen und Synergien an der Kreuzung zur Ludwigstraße erzeugen.
Odeonsplatz:
Mit der geplanten Neugestaltung rund um das Reiterdenkmal wird der Platz nicht nur funktional und ästhetisch weiterentwickelt, sondern zugleich seine historische Bedeutung neu interpretieret. Zentraler Bezugspunkt und Referenz ist das Wirken von König Ludwig I. von Bayern, dessen Herrschaft den Charakter des Münchner Stadtbildes bis heute prägt. Als leidenschaftlicher Förderer der Künste, Initiator bedeutender Museen und klassizistischer Bauwerke sowie als Dichter verstand Ludwig die Verbindung von Kultur, Natur und städtischem Raum als wesentlichen Ausdruck gesellschaftlicher Repräsentation.
Der Entwurf greift die historische Haltung bewusst auf und transformiert sie zeitgemäß. Die großzügige Pflanzung rund um das Reiterdenkmal und die weitläufigen Rasenflächen, die von Baumkarrees gerahmt sind verstehen sich als landschaftsarchitektonische Hommage an Ludwigs Idee einer kultivierten Stadtlandschaft. Zugleich schafft die Vegetation eine atmosphärische Neuinterpretation des Platzes ohne dessen Wirkung einzuschränken.
Die Oberflächen des Odeonsplatzes sind zurückhaltend und einheitlich aus Granitstein gestaltet. Die Bewegungen der FussgängerInnen haben Vorrang und werden durch die Begegnungsinseln mit wassergebundener Wegedecke oder Kleinstein strukturiert. Die Erreichbarkeit des Ministeriums mit PKWs ist über die vorgegebene Anfahrt auf der Platzfläche weiterhin möglich ohne den Ort gestalterisch einzuschränken oder zu dominieren. Die Fassadenansichten sind gegliedert durch Baumkarrees und Baumreihen, welche die städtebaulichen Kanten des Platzes betonen und eigene Akzente setzen. Hier befinden sich auch die benötigten PKW- und Fahrradstellplätze für Angestellte und Besuchende.
ein kohärentes, zukunftsfähiges und klimaresilientes Gesamtkonzept, das den Straßenraum als Münchner Pracht- und Flaniermeile neu positioniert und den historischen Stadtraum zukunftsfähig weiterentwickelt

Herzstück des Platzes ist die Grünfläche um die Reiterstatue und die dazugehörige extensive und farbenprächtige Stauden- und Gräserpflanzung. Über kleine durchlässige angewinkelte Wege werden die Besuchenden von der Ludwigstraße zum rahmenden Platzbereich an der Statue geleitet, der durch Langbänke und vereinzelte Sitzpodeste zum Treffpunkt ausgestaltet ist.
Lockere Baumsetztungen hinter dem Denkmal interpretieren den historischen Bestand und spenden Schatten.
Unter dem locker gefassten Baumkarree entstehen zudem kleinere, schattige Aufenthaltsflächen, die als ergänzende Platzräume zum Verweilen einladen und den Bereich atmosphärisch ergänzen.
Der Platz baut in seiner Präsenz Bezüge über die Ludwigstraße hinaus auf und bezieht sich ebenso auf das Bazargebäude, das im Zuge der Umgestaltung einen durchgrünten Vorbereich bekommt. Durch die verkehrsberuhigte Gestaltung ist eine Querung auf der gesamte Breite der Straße möglich. Die FußgängerInnen erhalten im Shared Space Vorrang und die Baumsetzung unterstreicht die Ausdehnung der Platzgrenzen.
Entlang des Bazargebäudes legt sich ein Funktionsband, das flexibel auf die unterschiedlichen Nutzungen des Gebäudes reagieren kann. Gastronomieflächen erhalten ebenso Raum, wie Orte zum konsumfreien Aufenthalt mit Trinkbrunnen und extensive Pflanzflächen. Im Süden schließt das Band mit einem Wasserspiel hin zum Platz vor der Feldherrenhalle ab. Gefasst wird das Band durch aufrechte, basiton-verzweigte Bäume die den Blick auf die Fassaden zulassen und sich schirmartig und schattenspendend aufweiten. Die wassersensitiven Oberflächen haben eine breite Grünfuge und sorgen für eine reduzierte Geschwindigkeit und ein angenehmes Mikroklima für mehr Aufenthaltsqualität.
In Richtung der Von-der-Thann-Straße öffnet sich der Stadtraum mit großzügigen Pflanzbändern, die eine robuste, standortgerechte Vegetation tragen. Sie fassen die Fläche, gliedern den Raum und verleihen ihm eine neue grüne Tiefe. Zwischen den Pflanzungen finden sich funktionale Ergänzungen wie Radabstellanlagen oder kleine Plätze zum Sitzen. Ein Kiosk bespielt den Stadtraum mit zusätzlichen Angeboten. Die Baumstandorte sind als großzügige Rigolen ausgebildet und sichern eine nachhaltige Entwicklung sowie ein gesundes Stadtklima.Die Fläche wird zu einem offenen Shared Space umgestaltet, der die unterschiedlichen Verkehrsarten auf einer Ebene zusammenführt. Durch die neue Gestaltung verliert die bestehende Fußgängerunterführung ihre Funktion und kann zurückgebaut werden. Der Fluchtweg des Altstadttunnels wird dezent als Notklappe in die Oberfläche integriert. Dadurch entsteht mehr Raum für Grün und Außengastronomie.
Entlang der befahrbaren Zone entstehen zeitgemäße Mobilitätslösungen. In einer klar strukturierten Zwischenzone werden Bussteige, Stellplätze für Mikromobilität und Taxen verortet. So fügt sich das Bewegte und das Verweilende in ein harmonisches Gesamtkonzept, das den Odeonsplatz und seine Umgebung als lebendigen, zukunftsfähigen Stadtraum neu interpretiert.
Der Übergangsbereich zum Platz vor der Feldherrenhalle ist als urbanes Gelenk gestaltet. Hier treffen neben abbiegenden Radfahrenden auch Busse und FußgängerInnengruppen aufeinander. Der Entwurf reagiert darauf mit einer ruhigen, zurückhaltenden Gestaltung, die Blick- und Wegebeziehungen offen hält und Haltestellen, sowie Buskaps klar ausweist. Hier erhält die Ludwigstraße als Stadtachse einen städtebaulichen Auftakt, der durch die Baumsetzung und frei werdenden Blicke unterstrichen wird. Zur urbanen Kühlung und als Orientierungsmerkmal erhält der Raum ein Wasserspiel, das sich in Richtung Hofgarten und Außengastronomie hin orientiert.
Der Odeonsplatz als neuer Stadtplatz stärkt durch seinen Grünraum die Aufenthaltsqualität, vermittelt zwischen Architektur, Geschichte und Alltag und macht den Odeonsplatz in besonderer Weise zu einem Begegnungsraum, an dem die Münchner Stadtkultur präsent ist.
Platz vor der Feldherrenhalle:
Der Platz vor der Feldherrenhalle wird in seiner historischen Form und Gestalt bewahrt und als bedeutendes städtebauliches Merkmal des Odeonsplatz-Ensembles gewürdigt. Als Startpunkt der Stadtachse bleibt er ein offener, repräsentativer Raum, der weiterhin für öffentliche Veranstaltungen und gesellschaftliche Begegnungen genutzt wird.
Das historische Pflastermuster wird in seiner Grundstruktur erhalten, jedoch als subtile Verbindung von Tradition und zeitgenössischer Gestaltung neu interpretiert. Durch die barrierefreie Ausformung des gesamten Platzes werden vorhandene Höhenunterschiede ausgeglichen und die Fläche für alle Menschen gleichberechtigt erlebbar gemacht.
Ein umlaufendes grünes Banquett rahmt den Platz und verleiht ihm eine sanfte räumliche Fassung, bieten angenehmen Schatten und verbessern das Mikroklima, ohne die wichtigen Sichtbeziehungen zu den historischen Fassaden zu beeinträchtigen. Ergänzend entstehen ausreichend Radabstellplätze, die sich selbstverständlich in das Platzbild einfügen und der Mobilitätswende Rechnung tragen.
Mobiles Mobiliar und verschiebbare Pflanztröge schaffen Aufenthaltsqualität im Alltag, können bei Veranstaltungen flexibel entfernt werden und sorgen zugleich für Schatten, Kühlung und ein angenehmes Mikroklima. Unterhalb des Belags befindet sich eine Drainebene mit Wasserspeicher, die Verdunstungskühle ermöglicht und zur nachhaltigen Bewässerung beiträgt. So verbindet der Platz funktionale Anpassungsfähigkeit mit ökologischer Verantwortung und einer klaren städtebaulichen Haltung. Im Belag eingelassene Nebeldüsen schaffen an warmen Sommertagen zusätzliche Milderung.
Ludwigstraße:
Beidseitig der Fahrbahn verlaufen parallel geführte Vegetationsbänder, die dem Straßenraum eine klare grüne Ordnung verleihen. Sie übernehmen wesentliche Funktionen für Retention und Mikroklima und schaffen zugleich eine ruhige lineare Gliederung im Stadtbild. Durchlaufende Baumreihen begleiten diese Bänder und betonen die Raumachse, wodurch eine harmonische Abfolge von Bewegung und Aufenthaltsqualität entsteht. Zwischen Radweg und Fahrbahnen sorgt ein niedriger vegetativer Trennstreifen für zusätzliche Sicherheit und nimmt anfallendes Regenwasser auf.
Im Wechselspiel zwischen Vegetation und Architektur öffnen sich gezielt Aufweitungen vor bedeutenden Gebäuden. So erhält das Institut für Bayerische Geschichte einen kleinräumigen Mikroplatz. Einen Ort der Aufenthalt, Begegnung und städtebauliche Lesbarkeit verbindet. Vor der Staatsbibliothek bietet eine Sitzlandschaft einen grünen, urbanen Treff- und Pausenpunkt.
Perspektivisch kann das im Realisierungsteil entwickelte doppelreihige Baumkonzept im Ideenteil weitergeführt und flexibel auf zukünftige Entwicklungsszenarien übertragen werden. Die Struktur erlaubt es, unterschiedliche räumliche Ausprägungen auszubilden und so auf veränderte Anforderungen zu reagieren. Durch eine mögliche Reduzierung der Fahrbahnen entstehen zusätzliche Flächen für vielfältige Nutzungsangebote, die den öffentlichen Raum aktivieren und als lebendigen, urbanen Boulevard erlebbar machen.

Der Platz baut in seiner Präsenz Bezüge über die Ludwigstraße hinaus auf und bezieht sich ebenso auf das Bazargebäude, das im Zuge der Umgestaltung einen durchgrünten Vorbereich bekommt
Geschwister Scholl / Professor Huber Platz:
Der Baumkreis prägt weiterhin das Bild des Platzes und wird in seiner räumlichen Wirkung bewusst erhalten und gestärkt. Zusätzliche Gehölzpflanzungen an den Radabstellanlagen und auf den angrenzenden Grünflächen ergänzen das bestehende Vegetationsgerüst und fördern eine ökologische Durchmischung. Eine runde Langbank fasst den Baumkreis und wird zum verbindenden Element zwischen Bewegung und Aufenthalt und somit ein Ort der Ruhe im grünen Schatten der Bäume.
Die Rasenflächen werden durch eine weitläufige Entsiegelung vergrößert und aufgewertet. Ein hoher Anteil an teilbefestigten, wasserdurchlässigen Flächen stärken das Mikroklima. Die Ecken des Platzes werden intensiv bepflanzt ohne dabei geschlossene oder uneinsehbare Räume zu bilden. Ergänzend sichern standortgerechte Baumarten langfristig die Vitalität und Vielfalt des Bestandes. Das Fahrradparken wird entlang des Rundweges organisiert und ordnet sich selbstverständlich in die Platzstruktur ein. Auf diese Weise wird dem Bedarf moderner, nachhaltiger Mobilität Rechnung getragen ohne die Offenheit des Raumes zu beeinträchtigen.
Der bisher trennenden Straßenraum wird durch einen durchgehenden Oberflächenbelag zurückgenommen und verbindet die Platzhälften visuell miteinander ohne den Verkehr zu beinträchtigen. In der Mittelachse begleitet ein grünes Band den Verlauf der Straße. Um den Brunnen konzentrieren sich Sitzmöbel und Podeste herum, die den Mittelpunkt akzentuieren und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. Die Veterinärstraße wird als Shared Space ausgebildet und ordnet sich dem Platzcharakter unter.
Das “Lapidarium“ findet an der östlichen Platzkante ein neues angemessenes Zuhause.
Ökologie und Pflanzenauswahl:
Ein zentrales Anliegen des Entwurfs ist es durch das Zusammenspiel aus lockerer Baumstellung, streng gefassten Platzkanten und üppig bepflanzten Aufenthaltsbereichen die graduelle Entsiegelung und die Transformation hin zu grünen, nutzbaren lebendigen Flächen zu erreichen. Angesichts des hohen Versiegelungsgrades der Innenstadt übernehmen die neuen Vegetationsflächen eine doppelte Aufgabe: Sie verbessern das Mikroklima und steigern zugleich die Biodiversität. In ihrer Gesamtheit fungieren sie als wichtige Trittsteine für innerstädtische Fauna und Flora. Unter Baumkronen entstehen begehbare, schattige Aufenthaltsräume mit hoher Aufenthaltsqualität. So entsteht auf dem Odeonsplatz ein grüner, klimaresilienter Stadtraum, der sowohl historisch verwurzelt als auch zukunftsorientiert ist und in Zusammenschluss mit dem Niederschlagskonzept wirkt.
Das Pflanzkonzept verbindet ökologische Funktionalität mit zeitgenössischer klarer Gestaltsprache. Entlang der Ludwigstraße entsteht eine “Klimaallee“, die den öffentlichen Raum nicht nur begleitet, sondern atmosphärisch prägt. Hier bilden die robuste schmalkronige Stadtulmen-Hybride ‘New Horizon’ ein durchlässiges, rhythmisches Baumband, welches im Bereich des Odensplatzes mit einer innen laufenden aufgelösten Reihe aus Feldahorn (Acer campest) begleitet wird. Die Baumarten mit hoch stehenden Kronenansätzen gewährleisten Sicht- und Bewegungsbezüge für den ÖPNV, erzeugen aber zugleich einen wohltuend Schatten.
Vor dem Bazargebäude wird das Bild durch einen Wechsel aus Japanische Nelkenkirschen (Prunus serrulata ‘Kanzan’) und Japanischer Schnurbaum (Styphnolobium japonicum ’Regent’) ergänzt. Ihr basitoner Wuchs und dichten schirmartig ausladenden Kronen formen ein feines Beschattungsdach, das zwischen Architektur und Platz eine pavillonartige Atmosphäre entstehen lässt. In großzügigen Baumscheiben und eingebettet in Staudenflächen mit Sitzgelegenheiten markieren sie einen blühenden Auftakt zum Platz mit jahreszeitlich wechselndem Akzent und beindruckender Blüte im Frühjahr. Auf dem Odeonsplatz selbst werden die bestehenden Eschen zu einem Schattenspendenden Dach Artengleich ergänzt.
Die Bepflanzung setzt auf robuste, trockenheitsverträgliche Arten, die das ganze Jahr über interessante abwechselnde Aspekte bieten.
Wassersensible Gestaltung und Klimaanpassung:
Durch eine Kombination aus durchlässigen und verdunstungsfähigen Oberflächenmaterialien, gestalteten Retentionsräumen sowie unterirdischen (Baum-) Rigolen wird Regenwasser gezielt aufgenommen, zwischengespeichert und Pflanzenverfügbar gemacht. Überschüssiges Wasser kontrolliert versickert. Niederschlagswasser der befestigten Flächen wird dazu geziehlt in die angrenzenden Vegetationsflächen geleitet. Die unterirdischen Speichersysteme liegen mit ausreichendem Abstand zur U-Bahn, Leitungen und Gebäuden unter dem Straßenraum sowie im Platzbereich, insbesondere in direkter Nähe zu den Grünflächen und Baumstandorten.
Die enge Verzahnung von Regenwassermanagement und Vegetation wirkt insgesamt klimaregulierend und reduziert urbane Hitzeinseln. Gleichzeitig bleibt der natürliche Niederschlagskreislauf durch die hohe Verdunstungsrate erlebbar. Die offen gestalteten Retentionsflächen machen den Umgang mit Regenwasser sichtbar.
Oberflächenmaterialien und Ausstattungselemente:
Der Entwurf setzt auf kostenbewusste, langlebige und hochwertige Materialien für Ausstattung und Pflaster.
Der flächige mehrformatige Reihenverband aus rezykliertem, gesägtem Granit bildet die homogene Grundlage für einen hochwertigen und barrierefreien Stadtraum. Besondere Bereiche werden durch Intarsien aus gesägten Kleinsteinpflaster im Passeverband akzentuiert.
Sitzbänke und Podeste sind aus pulverbeschichtetem Stahl mit acelierten Holzauflagen hergestellt. Am Odeonsplatz finden sich Ausstattungselemente mit Messingakzenten, die in ihrer Ausgestaltung dem Ausstattungskanon der Ludwigstraße folgen.
Das Stadtmobiliar orientiert sich an den von der Stadt München verwendeten Ausstattungsobjekten. Alle Elemente sind dauerhaft, robust und leicht reparierbar und setzt auf Materialien wie pulverbeschichteten anthrazitfarbenen Stahl, heimisches Holz mit Acetylbearbeitung und leicht zugängliche Schraubverbindungen. Bänke und Sitzmöbel sind inklusiv gestaltet, variieren in der Sitzhöhe und verfügen über Rücken- und Armlehnen.
Verkehr:
Das Verkehrskonzept rund um den Odeonsplatz folgt dem Leitgedanken einer geordneten, respektvollen und klimaresilienten Mobilität. Es entstehen breite und klar geführte Radwege, die sich durch eine feine Materialabstufung harmonisch in den Stadtraum einfügen und eine intuitive Orientierung ermöglichen. Die Bus- und Taxispuren sind strukturell deutlich erkennbar, gleichzeitig jedoch als Shared Space ausgeführt, um den Verkehrsfluss situationsgerecht und kooperativ zu gestalten. Auf dem Odeonsplatz selbst hat der Fußverkehr Vorrang.
Der klar gegliederte Straßenraum bietet ein hohes Maß an Orientierung das allen Menschen eine sichere und barrierefreie Nutzung ermöglicht. Busborde ermöglichen das barrierefreie Einsteigen an den Haltestellen.
Der Platz bildet zugleich ein wichtiges Bindeglied innerhalb der Radschnellverbindung vom Münchner Norden und des Altstadt-Radlrings. Diese übergeordnete Einbindung stärkt die Rolle des Odeonsplatzes als Knotenpunkt des Umweltverbunds und unterstreicht das Ziel, die Verkehrsflächen zugunsten nachhaltiger Mobilitätsformen neu zu gliedern.
Die vorliegende Musterverkehrsplanung definiert einen funktionalen und gestalterischen Rahmen, der bei der Umgestaltung als Grundlage dient und im wesentlichen Übernommen wurde.
Der Entwurf zur Neugestaltung des Odeonsplatzes und der Ludwigstraße formuliert ein kohärentes, zukunftsfähiges und klimaresilientes Gesamtkonzept, das den Straßenraum als Münchner Pracht- und Flaniermeile neu positioniert und den historischen Stadtraum zukunftsfähig weiterentwickelt. Diese Transformation ist nicht nur gestalterisch wirksam, sondern schafft gleichsam funktional, sozial und ökologisch einen Mehrwert, der in den Ideenteilen konsequent fortgeführt wird ohne die aktuellen Nutzungsanforderungen zu beschränken.

















































