KDN - Erweiterungsbau der Kartei der Not
Realisierungswettbewerb
Augsburg
2026
1. Platz, Weiterbearbeitung
mit löhle neubauer architekten
Energieeffizienz und Ressourcenschonung
Das Energiekonzept des Neubaus stellt eine nachhaltige und ressourcenschonende Lösung in den
Vordergrund. Es zielt darauf ab, den Primärenergiebedarf des Gebäudes signifikant zu senken und
dabei regenerative Energien optimal zu nutzen.
Die Kompaktheit der Bauweise in Kombination mit der hohen Tageslichtnutzung reduziert den
Bedarf an künstlicher Beleuchtung, die konsequent mit energieeffizienter LED-Technik realisiert
wird.
Solare Gewinne und Isolation
Durch die Anordnung angemessen großer Fensteröffnungen mit 3-fach Verglasung wird ein
maximales Maß an Tageslicht gewonnen, welches in die hochgedämmte Fassadenkonstruktion
integriert ist. Diese Maßnahme steigert nicht nur die Aufenthaltsqualität, sondern senkt auch den
Energieverbrauch. Zudem ermöglicht die Gebäudeausrichtung solare Gewinne, die zur passiven
Wärmegewinnung genutzt werden.
Lüftungskonzept
Ein hybrid konzipiertes Lüftungssystem sorgt für die Frischluftversorgung der Wohnungen und
Aufenthaltsbereiche im Erdgeschoss. Unter Ausnutzung der Querlüftung der durchgesteckten
Wohnbereiche und mittels mechanischer Grundbelüftung mit einem einfachen Luftwechsel sowie
zusätzlichen Stoßlüftungen durch öffenbare Fensterelemente im Gemeinschaftsbereich wird eine
optimale Luftqualität erreicht. Eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung (90%) minimiert den
Heizenergiebedarf. Sanitärräume sind mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
ausgestattet.
Wir schlagen eine schlichte Erweiterung vor, die durch einladende Geste das neue Herzstück der Anlage ausbildet: Den gemeinschaftlichen Garten als Treffpunkt und kommunikative Mitte

Verschattung
Individuell steuerbare Aluraffstores gewährleisten den sommerlichen und winterlichen
Wärmeschutz, wodurch selbst in den Sommermonaten angenehme Temperaturen sichergestellt
werden. Alternativ bieten auch Rollos eine ebenso effektive Verdunkelung.
Photovoltaik
Das oberste Drittel der Dachfläche ist mit einer Photovoltaikanlage versehen, welche die
Stromversorgung des Gebäudes unterstützt und Überschüsse ins öffentliche Netz einspeist,
wodurch eine CO2-neutrale Energiebilanz erreicht wird.
Versickerungs- und Retentionsflächen
Regenwassermanagement
Ein integratives Regenwassermanagementkonzept hebt die Balance zwischen Versickerung,
Rückhaltung und Verdunstung hervor. Versiegelte Flächen werden minimiert, um eine natürliche
Versickerung zu fördern. Retentionsflächen sind auf den Dach- und Freiflächen geplant. Diese
Bereiche sind darauf ausgelegt, pflanzenverfügbares Wasser dauerhaft zu speichern, was
insbesondere durch die intensive Dachbegrünung unterstützt wird.

Ein integratives Regenwassermanagementkonzept hebt die Balance zwischen Versickerung,
Rückhaltung und Verdunstung hervor
Gebäudetechnik
Energieeffizienz und Reduktion technischer Komplexität
Das technische Konzept des Gebäudes legt einen Schwerpunkt auf eine effiziente, wartungsarme
und wirtschaftliche Lösung.
Alle Anlagen werden kompakt und zugänglich geplant um Instandhaltungskosten zu minimieren.
Die Beheizung erfolgt über einen Anschluss an das örtliche Fernwärmenetz in Abstimmung mit
dem Versorger.
Heiz- und Kühlsysteme
Eine Fußbodenheizung mit niedrigen Systemtemperaturen sorgt für eine gleichmäßige
Wärmeabstrahlung, die auch zur Kühlung genutzt werden kann. Strahlungswärme ermöglicht die
Senkung der gefühlten Raumtemperatur, womit Heizkosten eingespart werden.
Grauwassernutzung
Das Regenwasser wird in Zisternen gesammelt und zur Toilettenspülung sowie Gartenbewässerung
genutzt. Die Kombination von Regenrückhaltung durch Dachbegrünung und Zisternennutzung
stellt eine nachhaltige Wasserbewirtschaftung bereit.
Konstruktion · Material
Das Gartengeschoss sowie alle erdberührten Bauteile werden in massiver Stahlbetonbauweise
ausgeführt. Gebäudeteile unterhalb des Höchstwasserstands werden als Weiße Wanne
ausgebildet.
Die darüberliegenden Geschossdecken sind als Holz-Beton-Verbunddecken geplant und
gewährleisten sehr gute Schall- und Brandschutzeigenschaften. Aussteifende Wände werden
entsprechend den statischen Anforderungen in Beton ausgeführt, während die übrigen
tragenden Trennwände als vorgefertigte Dickholzelemente vorgesehen sind. An den
Treppenaufgängen befinden sich zurückgesetzte Stahlstützen, welche in die Absturzsicherung
integriert sind.
Die hochwärmegedämmten Außenwände entsprechen den aktuellen energetischen
Anforderungen. Die Fassaden werden als hinterlüftete Konstruktion mit vorgehängten
Betonfertigteilen ausgeführt; im Bereich der Fensterbänder ist eine vertikale Holzverkleidung mit
Vergrauungslasur vorgesehen.
Großzügige Holz-Aluminium-Fensterelemente — westseitig mit Schallschutzverglasung — sorgen für
eine gute Belichtung der Wohnungen und werden durch geeignete Verschattungs- und
Verdunkelungselemente ergänzt.
Für die Innenräume sind robuste und langlebige Materialien vorgesehen ohne den wohnlichen
Charakter zu verlieren: Linoleum- beziehungsweise Industrieparkettböden in den Wohnräumen,
keramische Fliesen in Bad und Küche sowie helle Wandoberflächen aus Holz oder gespachteltem
Gipskarton mit weißem Anstrich. Die Türen sind in Eiche vorgesehen.



















